Referent:
Prof. Dr. Manfred Borutta
Pflegewissenschaftler (MScN)
Dipl.-Pflegewirt
Altenpfleger

Verständnishilfen und Lösungsansätze zur Gewaltprävention in der Pflege im Kontext der gesetzlichen Anforderungen (§§ 8 und 19 WTG NRW)

Gewalt und Aggression stellen in der Pflege ein mehrdimensionales Phänomen dar. Dabei spielen unterschiedliche Faktoren eine bedeutsame Rolle. Selten lassen sich „Opferrolle“ und Täterschaft“ klar und eindeutig voneinander trennen. Dramatisierung und wertende Empörung helfen dabei Beteiligten wie Betroffenen im Alltag nicht weiter.

In diesem aus drei Modulen bestehenden und prozesshaft angelegten Seminar werden unterschiedliche Ebenen der Entstehung von Gewalt, der Möglichkeit ihrer Prävention, der situativen Handlungsweisen und der reflektierten Nachbearbeitung beleuchtet. Dabei stehen Praxiserfahrungen und –beobachtungen der Teilnehmer/innen im Vordergrund. Die zeitlichen Abstände zwischen den Modulen sollten ca. 14 Tage betragen.

1. Modul (4 Ustd.):

Nach einer Einführung in das Spannungsfeld ‚Gewalt und Demenz‘ sollen anhand von konkreten Praxisbeispielen der Teilnehmenden verschiedene Formen von Gewalt, wie sie in der Pflege vorkommen können, differenziert werden. Die Teilnehmer/innen sollen dabei anhand von Fallschilderungen und Kurzsequenzübungen erlebte und/oder beobachtete Situationen erörtern. Die konkrete Interventionen und Interaktionen aus dem Pflegealltag dienen der Analyse der Mehrdimensionalität von Gewalt auf den Ebenen der Intervention (pflegerisches Handeln bzw. Nicht-Handeln), der Interaktion (Pflegebeziehung), der professionellen Haltung, der Teamdynamiken und ihre Wirkungsweisen sowie organisationaler Regelwerke.

2. Modul (4 Ustd.):

Anhand drei unterschiedlicher Erklärungsmodellen soll das („herausfordernde“) Verhalten demenziell veränderter Menschen nachvollzogen werden. Unter dem Motto ‚Änderung geht nur über Selbständerung‘ werden auf drei Ebenen prädisponierende Faktoren, vermittelnde Faktoren und auslösende Faktoren (Trigger) von Gewalt in der Pflege differenziert beobachtet. Zu konkreten Fallbeispielen aus der Praxis werden sodann Interventions- und Lösungsansätze herausgearbeitet. Dabei soll sich die Gruppe je Fall auf ein zeitstabiles alternatives/ verändertes Verhalten einigen und dieses in der Folge – als kollektiv bindende Entscheidung – in Anwendung bringen.

3. Modul (4 Ustd.):

Im Abschlussmodul werden die neuen/veränderten Interventionsansätze beleuchtet. Zudem soll nun die eigene Haltung der Pflegenden und die Achtsamkeit im Team im Umgang mit demenziell veränderten Menschen nochmals hinterfragt werden. Assertive (sich selbst schützende) Haltungsweisen und performative Kompetenzen sollen exemplarisch erörtert und ausprobiert werden.

Methoden:

Impulsvortrag, Diskussion, Erfahrungsübungen anhand konkreter Praxisbeispiele, Gruppen- und Fallarbeit

 
Prof. Dr. Manfred Borutta • Oberforstbacher Str. 69 D • 52076 Aachen
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