Referent:
Prof. Dr. Manfred Borutta
Pflegewissenschaftler (MScN)
Dipl.-Pflegewirt
Altenpfleger

Gewaltreduzierende Pflege

Konzeptionelle Grundlagen und Lösungsansätze zur Gewaltprävention in der Pflege im Kontext der gesetzlichen Anforderungen (§§ 8 und 19 WTG NRW)

Mit dem neuen Wohn- und Teilhabegesetz des Landes NRW müssen Leistungsanbieter/innen (stationäre Pflegeeinrichtungen etc.) Maßnahmen zur Gewaltprävention durchführen und die Beschäftigten zur Vermeidung von Gewalt durch ihr Verhalten und Handeln schulen (§ 19 WTG NRW).

Gewalt und Aggression stellen in der Pflege stets ein mehrdimensionales Phänomen dar. Dabei spielen unterschiedliche Faktoren eine bedeutsame Rolle. Selten lassen sich „Opferrolle“ und „Täterschaft“ klar und eindeutig voneinander trennen. In einem multiperspektiven Verständnis sind immer mehrere Verantwortungsebenen zu unterscheiden:

  • die Akteursebene (Pflegekräfte sowie Leitungskräfte; ihre Haltung und ihr [Nicht-]Handeln am Bewohner/Patienten bzw. Mitarbeiter)

  • die organisationale Ebene (Struktur, Programme und Regelwerke der Einrichtungen)

  • die gesellschaftliche Ebene (z.B. Leistungsrechtliche Möglichkeiten und ihre Grenzen)

Inhalte:

In diesem Sinne widmet sich das Seminarangebot gleichermaßen

  1. den Pflegekräften und Teams; ihren Interventions- und Interaktionsmöglichkeiten sowie ihrer professionellen Haltung

  2. den Leitungskräften und ihrer managerieller Verantwortung zur Gewaltvermeidung und zur Ressourcenzuteilung

Im ersten Teil (a) wird u.a. das Konzept der ‚Gewaltfreien Kommunikation‘ nach Marshall B. Rosenberg in Bezug auf die Pflege demenziell veränderter Menschen und dem von ihnen gezeigten sog. „herausforderndem Verhalten“ (BPSD) vorgestellt und eingeübt.

Im zweiten Teil (b) wird der Blick auf fördernde bzw. hindernde Regelwerke und hinterlegte Programme in den Strukturen der Pflegeeinrichtung gelegt und es werden Möglichkeiten der zielführenden Intervention und Umgestaltung hinderlicher Strukturen erörtert.

Methoden:

  • Problem- und Teilnehmerorientierte (induktive) Vorgehensweise (d.h., wir arbeiten primär mit den Themen, die die Teilnehmer/innen mitbringen)

  • Vorträge und Diskussion

  • Interkollegialer Austausch

  • Übungen

Hierbei stehen u.a. folgende Aspekte im Vordergrund:

  • Wie erkennen wir prädisponierenden (biografisch angelegten), vermittelnde und auslösenden Gewaltfaktoren (Trigger) Faktoren von Gewalt?

  • Wie können sich Pflegende selbst schützen?

  • Was ist konzeptionelle durch die Einrichtung i.S.d. des WTG sicherzustellen?

 
Prof. Dr. Manfred Borutta • Oberforstbacher Str. 69 D • 52076 Aachen
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